Brief an GI Steffen Piontek - Volkstheater Rostock

Thomas Bürkholz, Vizepräsident der Dramatiker Union, nahm in einem Brief an GI Piontek wie folgt zu den angekündigten "Sparplänen" Stellung:

Die vorgesehenen Etatkürzungen wären der schleichende Tod des Theaters und für eine weitere ernsthafte Arbeit und Existenz des Volkstheater Rostock nicht akzeptabel. Die dafür verantwortlichen Kommunalpolitiker handeln mit diesen Maßnahmen wissentlich unverantwortlich gegenüber ihrer Stadt und Region und demonstrieren offen ihre Missachtung vor der kulturellen Leistung ihres Hauses und seiner hochqualifizierten Mitarbeiter, die man offensichtlich als Mitbürger in der Stadt Rostock nicht mehr zu benötigen glaubt.
Aber auch das zahlreiche Publikum des Volkstheaters in allen Altersgruppen scheint es nicht wert zu sein diese, einer Stadt wie Rostock, unwürdige Kleinstadtprovinzposse um die letztendliche Schließung einer unverzichtbaren städtischen Kulturinstitution endlich einzustellen. Die Etatkürzungen würden bestenfalls bedeuten, dass Rostock in zwei Jahren nur noch "freie Theatergruppen" hätte, die bestsubventionierteste würde sich dann "Volkstheater Rostock" nennen.

Man muss kein Prophet sein um zu erkennen, wohin die Ignoranz der Politik die Stadt Rostock mittelfristig bringt: Theater adé - Kultur adé - Touristen adé - gute Jobs adé.
Wer in dieser Zeit immer noch nicht begriffen hat, dass man an Kultur und Bildung heute nicht mehr sparen darf, wird für seine Mitmenschen und die Nachwelt großen Schaden anrichten.

Ich mag Rostock, wie es ist und sich entwickelt.
Ein Rostock ohne ein den kulturellen Ansprüchen der Bürger und Gäste der Stadt angemessenes Volkstheater mit seinem national und international guten Ruf möchte ich mir lieber nicht vorstellen.
Deshalb werde ich in meiner Funktion als Vizepräsident meines Berufsverbandes der Dramatiker Union, in allen Gremien auf den nun schon Jahre andauernden Existenzkampf des Volkstheater Rostock aufmerksam machen und auch in der Hauptstadt etwas Protest gegen den offensichtlichen kulturpolitischen Unverstand in Rostock organisieren.

Mit freundlichen Grüßen

Thomas Bürkholz
Komponist und Dirigent

 

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